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The Witcher 4 · Special

Mit KI-Unterstützung erstellt

Kolumne: The Witcher 4 muss Ciri aus Geralts Schatten lassen

The Witcher 4 ist für 2028 geplant. In seiner Kolumne erklärt ninox, warum Ciri mehr verdient als Geralts Abenteuer mit einem neuen Gesicht.

Quellenbasierter Überblick · Recherchestand 20.10.2026
Bild: © CD PROJEKT RED · The Witcher nach Andrzej Sapkowski · Originalquelle ↗Offizielles Key-Visual von CD PROJEKT RED zur redaktionellen Besprechung von The Witcher 4. Kein Screenshot eines von Nerdforge getesteten Spiels. Keine freie Bildlizenz oder Weiterlizenzierung. Unabhängiger redaktioneller Beitrag; nicht von CD PROJEKT RED bestätigt oder unterstützt.

Ich will Ciri kennenlernen, nicht Geralt ersetzen

Eine Kolumne von ninox. Meine größte Sorge bei The Witcher 4 hat nichts mit der Zahl der Bäume, der Größe der Karte oder der nächsten spektakulären Monsteranimation zu tun. Ich frage mich, ob Ciri im eigenen Spiel wirklich eine eigene Person sein darf. Oder ob am Ende vor allem geprüft wird, wie gut sie die Stelle ausfüllt, die Geralt hinterlassen hat. Das wäre ein ziemlich enger Maßstab für den Beginn einer neuen Saga. Ich wünsche mir keinen Austausch des Gesichts über denselben vertrauten Antworten. Ich möchte, dass mich dieses Rollenspiel dazu bringt, andere Fragen zu stellen.

2028 ist ein Plan, keine fertige Geschichte

Der konkrete Anlass für diesen Blick nach vorn ist CD PROJEKTs im September veröffentlichte Planung: The Witcher 4 hat ein vorgesehenes Veröffentlichungsfenster im Jahr 2028, Ciri übernimmt die Hauptrolle. Das ist eine offizielle Zielsetzung und kein zugesicherter Tag im Kalender. Gleichzeitig kennzeichnet die Spielseite die gezeigte Technikpräsentation ausdrücklich als solche und nicht als tatsächliches Gameplay. Zwischen einem Unternehmensplan, einer überzeugenden technischen Bühne und einem guten Rollenspiel liegen unterschiedliche Aufgaben. Genau deshalb halte ich es für zu früh, den Erfolg bereits an schöneren Bildern festzumachen. Meine folgende Haltung ist eine Erwartung an das Spiel, kein Urteil über eine vorab gespielte Fassung.

Die eigentliche Freiheit beginnt bei unbequemen Entscheidungen

Was ich von Ciri sehen möchte, sind Entscheidungen, die aus ihrer eigenen Sicht auf die Welt entstehen. Nicht jede Begegnung muss eine Gelegenheit sein, eine vertraute Geralt-Reaktion noch einmal abzurufen. Eine neue Hauptfigur darf andere Grenzen haben, anders auf Menschen zugehen und an anderen Stellen scheitern. Für mich wird eine Rolle interessant, wenn ich sie nicht vollständig mit meiner Erinnerung an eine andere Figur erklären kann. Das bedeutet nicht, dass alte Verbindungen verschwinden müssten. Gerade Nähe zu bekannten Menschen kann neue Konflikte hervorbringen. Sie sollte aber nicht jeden wichtigen Moment schon vorab für uns einordnen. Ciri braucht eine Gegenwart, die ihr gehört, statt einer dauernden Prüfung ihrer Berechtigung als Nachfolgerin.

Eine größere Welt ist noch keine mutigere Welt

Bei großen Fortsetzungen wird Umfang schnell zum bequemsten Argument. Mehr Landschaft lässt sich zeigen, mehr Beschäftigung lässt sich aufzählen. Eine Geschichte, die mir eine Entscheidung wirklich schwer macht, passt dagegen kaum auf eine Vergleichstabelle. Ich hätte lieber einen sorgfältig geschriebenen Konflikt, dessen Folgen ich später wiedererkenne, als mehrere zusätzliche Aufgaben, die nur meine Reiseroute verlängern. Das ist keine Forderung nach einer winzigen Welt. Es ist eine Frage der Gewichtung: Wohin fließt die Aufmerksamkeit, wenn die technische Kulisse längst ihren ersten Eindruck hinterlassen hat? Für mich muss ein Rollenspiel auch dann noch tragen, wenn ich mich an seine Landschaft gewöhnt habe und die nächste Begegnung mehr verlangt als bloßes Staunen.

Auch Geralt darf eine Grenze haben

Ich verstehe den Wunsch nach bekannten Figuren. Vertrautheit kann einer Fortsetzung Wärme geben und eine lange Geschichte spürbar machen. Trotzdem möchte ich nicht, dass jeder neue Schritt erst durch einen alten Helden bestätigt werden muss. Geralt muss nicht verschwinden, damit Ciri wichtig wird. Aber die Erzählung sollte ihr nicht ständig einen Rückweg zu seiner Autorität offenhalten. Mein Wunsch wäre, dass ein Wiedersehen etwas verändert und nicht nur kurz Applaus abholt. Ebenso darf eine neue Figur Widerspruch auslösen, ohne dass das Spiel sie sofort durch einen vertrauten Kommentar absichert. Eine neue Saga gewinnt für mich an Bedeutung, wenn sie ihrer eigenen Besetzung genug zutraut, um auch unbequeme Szenen ohne nostalgisches Sicherheitsnetz auszuhalten.

Geduld heißt für mich auch, Grenzen von Ankündigungen zu akzeptieren

Natürlich wünsche ich mir eine gut funktionierende Veröffentlichung. Aus einem längeren Zeitplan leite ich aber weder automatisch hohe Qualität noch automatisch Schwierigkeiten ab. Dafür fehlen die tatsächlichen Beobachtungen am fertigen Spiel. Was ich heute verlangen kann, ist eine ehrliche Trennung zwischen dem, was gezeigt wird, dem, was geplant ist, und dem, was sich später selbst überprüfen lässt. Die eindeutige Kennzeichnung der Technikpräsentation ist dafür hilfreich. Bei den nächsten Einblicken interessieren mich deshalb weniger pauschale Steigerungen als konkrete Situationen: Wie reagiert die Welt auf Ciri? Welche Wahl verändert eine Beziehung? Wo lässt das Spiel eine Entscheidung stehen, ohne sie mir sofort als richtig oder falsch zu erklären?

Die neue Saga muss sich einen eigenen Platz verdienen

Mein Wunsch an The Witcher 4 ist damit ziemlich klar: Gebt Ciri genug Raum, damit sie uns auch überraschen und widersprechen kann. Eine Fortsetzung darf auf etwas aufbauen, das Menschen schätzen. Sie muss daraus trotzdem eine neue Geschichte machen. Für mich wäre das der eigentliche Mut dieses Projekts. Wie seht ihr das, Nerdforge-Community: Welche Verbindung zu Geralt braucht Ciris Abenteuer, und ab wann würde sie die neue Hauptfigur eher klein halten? Möchtet ihr vor allem Vertrautes wiederfinden oder erwartet ihr, dass The Witcher 4 euch einen deutlich anderen Blick auf diese Welt zumutet?

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ninox

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